Müssen Sie KI-geschriebene Blogbeiträge und Artikel kennzeichnen?

Artikel 50(4) erfasst manche KI-Texte, aber nicht alle. Welche Beiträge betroffen sind, wie die Ausnahme für menschliche Prüfung funktioniert und wohin das Etikett gehört.

Aktualisiert


Viele von uns nutzen KI, um Beiträge zu entwerfen, Quellen zusammenzufassen oder alte Artikel aufzufrischen. Und viele fürchten jetzt, dass jeder dieser Beiträge oben ein großes Banner „Von KI geschrieben“ braucht. Keine Sorge. Nach der KI-Verordnung ist die Regel für Texte eng gefasst, und es gibt eine eingebaute Ausnahme für Inhalte, die ein Mensch ordentlich geprüft hat.

Hier erfahren Sie, welche Texte die Regel wirklich erfasst, wie die Ausnahme im Alltag funktioniert und wie Sie einen Beitrag kennzeichnen, wenn Sie müssen.

Ein Werkzeug, keine Rechtsberatung. Dieser Ratgeber erklärt öffentliche Dokumente in einfacher Sprache. Ob ein bestimmter Beitrag betroffen ist, hängt von seinem Thema ab und davon, wie er entstanden ist. Wenn es für Ihr Unternehmen wichtig ist, fragen Sie einen Anwalt.

Die Regel in einem Satz

Artikel 50(4) besagt: Wenn Sie mit KI Text erzeugen oder bearbeiten, der veröffentlicht wird, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, müssen Sie das offenlegen. Außer ein Mensch hat ihn geprüft oder er hat eine redaktionelle Kontrolle durchlaufen, und eine Person oder Organisation trägt die redaktionelle Verantwortung.

Das sind drei Bedingungen. Alle drei müssen erfüllt sein, bevor Sie ein Etikett brauchen.

1. Der Text wird veröffentlicht

Der Text muss öffentlich zugänglich sein, etwa auf einer Webseite. Die Kommission nennt einen anschaulichen Gegensatz: Eine Nachrichtenzusammenfassung, die ein Chatbot nur für die Person schreibt, die danach gefragt hat, ist nicht „veröffentlicht“. Stellen Sie dieselbe Zusammenfassung in Ihren Blog, ist sie es.

2. Er soll informieren

Der Text soll Wissen, Meinungen oder Fakten vermitteln. Kurze Schnipsel, die das nicht wirklich tun, wie eine Button-Beschriftung oder ein Werbeslogan, zählen nicht. Ein Erklärtext oder ein nachrichtenähnlicher Beitrag schon.

3. Das Thema ist von öffentlichem Interesse

Diese Bedingung hält die meisten Unternehmensinhalte draußen. Die Leitlinien beschreiben Themen von öffentlichem Interesse als Dinge, die für die Gesellschaft insgesamt wichtig sind und öffentliche Debatte oder Kontrolle verdienen. Ihre Liste:

  • Politik und Wahlen
  • öffentliche Verwaltung und Dienste
  • Justiz und Strafverfolgung
  • Grundrechte
  • öffentliche Sicherheit
  • öffentliche Gesundheit
  • Umwelt
  • Verbrauchersicherheit
  • wirtschaftliche, finanzielle, politische, wissenschaftliche oder kulturelle Entwicklungen, über die Menschen diskutieren könnten

Sie weisen außerdem darauf hin, dass sich das mit der Zeit und je nach Zusammenhang ändern kann.

Direkt aus den Leitlinien

Betroffen (kennzeichnen, außer ein Mensch hat geprüft):

  • Eine KI-Zusammenfassung eines von Menschen geschriebenen Artikels über einen Gemeinderatsbeschluss.
  • Von KI bearbeitete Teile eines Lifestyle-Artikels, der vergleicht, wie sich verschiedene Diäten auf eine Krankheit bei Frauen mittleren Alters auswirken.
  • Von KI bearbeitete Informationen für Anleger in den Berichten eines börsennotierten Unternehmens.
  • Eine von KI geschriebene Unwetterwarnung eines Wetterdienstes.

Nicht betroffen:

  • Von KI geschriebene Fantasy-Romane.
  • Von KI bearbeitete Werbung oder Produktbeschreibungen, außer sie enthalten Aussagen zu Gesundheit, Verbrauchersicherheit oder Nachhaltigkeit.
  • Eine Nachrichtenzusammenfassung, die ein Chatbot nur der fragenden Person zeigt.
  • Von KI bearbeiteter Rat, den ein Berater an einen Kunden schickt.

Achten Sie auf das Diät-Beispiel. Es stammt von einer Lifestyle-Website, nicht aus einer Zeitung. Ein Wellness-Blog, der über Krankheiten schreibt, kann betroffen sein, auch wenn die Betreiberin ihn nie als Journalismus gesehen hat.

Wie das in einem normalen Blog aussieht

Ihr BeitragBetroffen?
„10 Ideen für einen kleinen Balkon“Eher nicht. Lifestyle-Tipps.
„Was die neuen EU-Batterieregeln für E-Bike-Besitzer bedeuten“Wahrscheinlich. Öffentliche Verwaltung, Verbrauchersicherheit.
„Unsere Frühjahrskollektion ist da“Nein. Das ist Werbung.
„Hilft Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes?“Wahrscheinlich. Öffentliche Gesundheit.
„Wochenrückblick: Zinsen und Ihre Baufinanzierung“Wahrscheinlich. Wirtschaftliche Entwicklungen.
„Rezept: Zitronenpasta in 15 Minuten“Eher nicht.

Das sind Ermessensfragen, keine festen Regeln. Wenn ein Beitrag auf der Kippe steht, kostet Sie ein Etikett so gut wie nichts.

Die Ausnahme für menschliche Prüfung

Selbst wenn ein Beitrag betroffen ist, können Sie auf das öffentliche Etikett verzichten, wenn beides zutrifft.

Jemand hat ihn wirklich geprüft

Die Leitlinien beschreiben menschliche Prüfung so: Eine Person mit dem nötigen Fachwissen geht den Inhalt des Textes bewusst durch. Faktenprüfung ist das absolute Minimum. Redaktionelle Kontrolle heißt, dass eine Redakteurin den Inhalt freigeben, ändern oder ablehnen kann.

Sie sagen auch klar, was nicht zählt:

  • Rechtschreib- oder Grammatikkorrektur
  • eine Redaktionsrichtlinie, die nur irgendwo existiert
  • automatische Prüfung
  • ein schnelles „sieht gut aus“, ohne sich wirklich damit zu befassen

Und Vorsicht hierbei: Wenn Sie den Text nach der Prüfung noch einmal durch eine KI schicken und inhaltlich verändern, entfällt die Ausnahme. Die veröffentlichte Fassung muss die geprüfte Fassung sein. Lassen Sie die KI nach der Freigabe die Einleitung „aufpeppen“, brauchen Sie wieder ein Etikett.

Jemand steht mit seinem Namen dafür

Eine Person oder Organisation muss die letzte Verantwortung für die Veröffentlichung tragen. Die Leitlinien ergänzen, dass Name und Kontaktdaten dieser Person auf Ihrer Website leicht zu finden sein sollten, etwa auf der Seite „Über uns“ oder im Impressum.

Was heißt das für Sie?

Wenn Sie einen kleinen Blog betreiben und jeden KI-Entwurf vor der Veröffentlichung selbst auf Fakten prüfen, halten Sie das einfach fest und sorgen Sie dafür, dass Ihre Kontaktdaten auf der Website stehen. Wenn Sie KI-Entwürfe nach kurzem Überfliegen und einer Rechtschreibprüfung veröffentlichen, kennzeichnen Sie sie. So einfach ist das.

Wohin das Etikett gehört

Die Verordnung verlangt den Hinweis spätestens dann, wenn jemand zu lesen beginnt. Für Texte schlägt der Verhaltenskodex vor, ihn über den Text, in die Nähe der Überschrift oder ganz an den Anfang zu setzen. Ein Hinweis am Ende eines langen Beitrags hilft niemandem. Wenn KI nur einen Teil des Beitrags geschrieben hat, dürfen Sie laut Kodex auch nur diesen Teil kennzeichnen.

Am besten funktioniert etwas Schlichtes:

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI geschrieben und nicht von einer Redaktion geprüft.

Ältere Beiträge

Laut den Leitlinien brauchen betroffene Texte, die vor dem 2. August 2026 mit KI erzeugt und veröffentlicht wurden, nachträglich kein Etikett. Wenn Sie aber vor diesem Datum einen Entwurf mit KI geschrieben und an oder nach diesem Datum auf „Veröffentlichen“ geklickt haben, braucht er ein Etikett wie jeder neue Beitrag.

Was AuthorLabel tut (und was nicht)

AuthorLabel fügt sowohl dem Blockeditor als auch dem klassischen Editor ein Panel „AI transparency“ hinzu. Für jeden Beitrag wählen Sie einen von vier Zuständen:

  • AI-generated: zeigt oben im Beitrag einen Hinweis, dass der Text mit KI erzeugt und nicht von einer Redaktion geprüft wurde.
  • AI-assisted: zeigt oben im Beitrag einen Hinweis, dass der Text mit Hilfe von KI geschrieben wurde. Sie können ergänzen, welche Teile KI genutzt haben, etwa „Zusammenfassung und FAQ“.
  • Reviewed by a human editor: Sie nennen die Redakteurin oder den Redakteur, und AuthorLabel dokumentiert die Prüfung. Kein öffentliches Etikett, da die Ausnahme greifen kann.
  • Not AI: kein Etikett.

Den Wortlaut der Hinweise können Sie in den Einstellungen an Ihre Sprache anpassen. Sie können auch notieren, welches KI-Tool Sie genutzt haben. Es erscheint dann auf Ihrer erzeugten Seite „How we use AI“, sodass Besucher sehen, worauf Sie sich stützen.

Zwei Dinge macht AuthorLabel bewusst nicht:

  • Anhand des Schreibstils raten. „KI-Detektoren“, die Texte danach beurteilen, wie sie klingen, sind unzuverlässig und liefern ständig Fehlalarme. AuthorLabel erfasst KI-Nutzung nur, wenn Sie sie markieren oder ein unterstütztes KI-Schreibtool sie meldet (die automatische Kennzeichnung für mehrere beliebte KI-Plugins kommt mit AuthorLabel Pro).
  • Ihren Beitragsinhalt anfassen. Das Etikett wird beim Anzeigen der Seite hinzugefügt. Schalten Sie das Plugin ab, ist Ihr Text genau so, wie Sie ihn geschrieben haben.

Für ältere Beiträge können Sie mit der Massenkennzeichnung nach Beitragstyp, Datum, Autor oder Tool filtern und für bis zu 200 Beiträge auf einmal einen Status setzen. Jede Massenaktion lässt sich rückgängig machen, und das Aktivitätsprotokoll zeigt, wer was wann gekennzeichnet hat.

Kurz gesagt

  • Betroffen sind nur Texte, die veröffentlicht werden, um über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren.
  • Werbung und gewöhnliche Produktbeschreibungen sind außen vor, außer sie enthalten Aussagen zu Gesundheit, Sicherheit oder Nachhaltigkeit.
  • Echte menschliche Prüfung mit Faktencheck und eine benannte verantwortliche Person bedeuten: kein öffentliches Etikett.
  • Rechtschreibprüfung ist keine Prüfung, und KI-Änderungen nach der Freigabe heben sie auf.
  • Setzen Sie das Etikett an den Anfang.

Quellen

  • Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50 Absätze 4 und 5.
  • Europäische Kommission, Leitlinien zu den Transparenzpflichten nach Artikel 50 der KI-Verordnung, C(2026) 7702 final, Abschnitte 6.2 und 8.4. digital-strategy.ec.europa.eu
  • Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte, Abschnitt für Betreiber, Untermaßnahme 1.2.2. digital-strategy.ec.europa.eu

Die Leitlinien der Kommission sind rechtlich nicht verbindlich, und der Verhaltenskodex ist freiwillig.

Zuletzt geprüft: November 2026. AuthorLabel ist ein Werkzeug, keine Rechtsberatung.

Dieser Ratgeber erklärt die Regeln in einfachen Worten. Er ist keine Rechtsberatung. AuthorLabel ist ein Werkzeug, mit dem Sie KI-Inhalte kennzeichnen und dokumentieren; für Ihren konkreten Fall sprechen Sie mit einem Anwalt.

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